Bis Ende des Jahres soll die Wasserversorgung von Hermersberg zukunftssicher geregelt sein. Neben der Notwasserleitung, die von Weselberg aus gebaut wird, wird auch der Brunnen saniert, aus dem die Gemeinde einen Teil ihres Trinkwassers bezieht.


Die Wassermenge, die dieser zur Versorgung der 1720 Bürger beisteuert, soll wieder deutlich erhöht werden. Der Werksausschuss der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben beschäftigte sich am Mittwoch mit der Brunnensanierung.Martin Breitsch vom Ingenieurbüro Dilger erläuterte die Planung, die nun bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion eingereicht wird. 340.000 Euro wird die Brunnensanierung laut Schätzungen kosten.
Der 1976 gebaute, 80 Meter tiefe Brunnen, der einen Rohrdurchmesser von 60 Zentimetern hat, war ursprünglich mit einer Leistung von 23,4 Kubikmeter Wasser pro Stunde genehmigt worden. Unter anderem durch Versandungen und Verbackungen im unteren Bereich des Brunnens sowie zugesetzten Filterschlitzen hat die Leistung des Brunnens erheblich nachgelassen. Aktuell können noch acht Kubikmeter Wasser pro Stunde gefördert werden, ein Drittel der ursprünglich erreichten Leistung.

Um Versorgungssicherheit für Hermersberg gewährleisten zu können, muss die Brunnenleistung wieder gesteigert werden. Dass hier an heißen Tagen schon an der Kapazitätsgrenze gearbeitet worden war, um den Wasserbedarf decken zu können, hatte die Planungen für die Brunnensanierung mit ausgelöst, erinnerte Verbandsbürgermeister Lothar Weber.

Hermersberg bezieht derzeit Trinkwasser aus dem Brunnen und weiteren Quellen, die oberirdisch Wasser liefern. Alle Einrichtungen sind südlich von Hermersberg zu finden. Die oberirdischen Quellen sind gerade bei intensiverer Landwirtschaft, wie sie hier betrieben wird, anfälliger für Nachteile bei der Wasserqualität als unterirdische Quellen. Das Wasser in Hermersberg ist zum Beispiel stärker mit Nitrat belastet als das Wasser in Waldfischbach-Burgalben. Allerdings liegen die Werte noch deutlich unter den zulässigen Grenzwerten.

Die Quellen, die pro Stunde zwölf Kubikmeter Wasser liefern, „werden für die Wasserversorgung benötigt. Der Brunnen allein reicht nicht mehr, um den mittleren Tagesbedarf in Hermersberg zu decken“, erläuterte Breitsch. Dieser mittlere Tagesbedarf liegt bei 200 Kubikmetern Wasser, der Spitzenbedarf an heißen Tagen bei 400 Kubikmetern. Diesen Spitzenwert können der Brunnen und die Quellen mit zusammen 20 Kubikmeter Wasser pro Tag gerade so decken, bei 20 Stunden Förderleistung pro Tag aus diesen beiden Wasserreservoirs, erläuterte Breitsch. Sollte sich, zum Beispiel durch den Klimawandel, die Anzahl der besonders heißen Tage, die den Spitzenbedarf nach sich ziehen, etwas erhöhen, „würde die aktuelle Wasserversorgung nicht mehr ausreichen“, unterstrich Weber.

Der Brunnen wurde genau untersucht. Probleme gibt es zum Beispiel im Bereich der Filterkiesschicht und am unteren Ende des Brunnens mit den erheblichen Versandungen, die unter anderem durch interne Strömungen im Brunnen verursacht werden. Diese Strömungen nach unten gibt es auch, wenn der Brunnen nicht in Betrieb ist. Sie müssen reduziert werden. Deshalb soll ein neues Sperrrohr eingesetzt werden, das etwas tiefer angesetzt wird. Das reduziert die Strömungen und trotzdem können die oberen Bereiche auch noch als Ressourcen zur Wassergewinnung genutzt werden. Zudem werden über die vorhandene Filterrohrstrecke die Filterschlitze saniert, so dass es wieder einen ungehinderten Wasserzufluss in den Brunnen gibt. Insgesamt sind 24 Sanierungsschritte notwendig. Am leer geräumten Brunnen werden dann noch mal die genauen Wasserströme gemessen, und es wird biologisch untersucht. Anschließend wird ein neues Edelstahl-Wickelrohr in den Brunnen eingelassen.

Wenn die Planung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion abgestimmt ist, könnten die Arbeiten im Sommer ausgeschrieben werden. Starten sollen sie im Herbst. Voraussetzung für den Baubeginn ist aber, dass bis dahin die Notwasserleitung aus Weselberg fertiggestellt ist, um Hermersberg in jedem Fall mit Trinkwasser versorgen zu können. Die Baustelleneinrichtung für den Bau der Notwasserleitung ist am 1. Februar. Der Fortgang der Bauarbeiten hänge dann von der Witterung ab, erläuterte Weber.

Quelle: Ausgabe Die Rheinpfalz Pirmasenser Rundschau - Nr. 16

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