HERMERSBERG: Wünsche und Ideen für Dorferneuerung gesammelt – Wanderwege sollten verbessert werden – Verkehr wichtiges Thema

Geht es nach den Hermersbergern, könnte im Laufe der kommenden Jahre von der Fliegerwiese bis ans Wasserhaus gerodelt werden. Fast das ganze Jahr über. Auf der Projektliste der Bürger, die sich im Rahmen des Dorferneuerung an der Dorfmoderation beteiligt haben, ist der Wunsch groß, eine Sommerrodelbahn zu bauen.

Das hatte sich schon bei den Sitzungen der drei Arbeitsgruppen gezeigt, die sich in unterschiedlichen Themenfeldern mit der Zukunft des Dorfes befasst hatten. Das zeigte sich auch am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung der Dorfmoderation, bei der es galt, unter all den erarbeiteten Vorschlägen jene Ideen zu finden, die im Rahmen der Dorferneuerung realisiert werden sollen – wenn es nach dem Willen der Bürger geht.„Ich bin gespannt, wie das Ingenieurbüro Isa das ins Dorferneuerungskonzept bringt“, sagte Julia Kaiser vom Planungsbüro „Stadtgespräch“ aus Kaiserslautern, das die Moderation begleitet hatte, lachend. Das Ingenieurbüro erstellt das Dorfentwicklungskonzept, in das auch die Ergebnisse der Dorfmoderation einfließen werden. „Wenn das tatsächlich was wird mit der Sommerrodelbahn, breche ich zusammen. Dann bin ich wirklich stolz auf euch“, sagte sie lachend zu der Idee, die im Moderationsprozess deutlich aus dem Rahmen fiel.
In der Arbeitsgruppe „Kultur, Freizeit und Tourismus“ war die Idee entwickelt worden. 32 Stimmen von den 50 anwesenden Hermersbergern, die ihre Favoriten küren sollten, gab es für die Idee dieser Arbeitsgruppe. Platz zwei erreichte der Vorschlag „Verbesserung der Ausstattung der Wanderwege“. Dabei geht es um mehr Sitzgelegenheiten, Beschilderung für besonders lohnenswerte Ziele. Platz drei ging an den Vorschlag, eine Imagebroschüre für Hermersberg zu erstellen. Eine gute Idee, die sich in dunklen Wintermonaten mal sehr gut umsetzen lasse, sagte Kaiser.

In dieser Arbeitsgruppe waren auch noch Vorschläge wie Segway-Touren rund um Hermersberg geboren worden oder ein Ideenwettbewerb, um Verwendungsmöglichkeiten für das Milchhäuschen zu finden.

Ein Bereich, in dem den Bürgern einiges auf den Nägeln brennt, ist das Thema Verkehr. Verkehrsberuhigung an den Ortseingängen steht auf der Wunschliste für „Infrastruktur, Versorgung und Verkehr“ weit oben. Die gefahrene Geschwindigkeit reduzieren, die Ortseingänge optisch schön gestalten wird hier gewünscht. Gleichfalls oft gewollt war das Schaffen einer Stelle, an der Grünabfall gesammelt wird. Und auch Verkehrsberuhigung innerorts, zum Beispiel durch das geschickte Anordnen von Parkplätzen, Tempoanzeigen und Bepflanzung oder ein Tempolimit in der Nacht im gesamten Ortsbereich.

In der dritten Gruppe „Bauen, Wohnen und Leben“ wäre den Hermersbergern am wichtigsten, dass der bestehende Kindergarten erweitert wird und kein Neubau am Ortsrand entsteht. Wie mehrfach berichtet, wird die Kapazität im Kindergarten knapp. Erweitern oder Neubau war eine bereits diskutierte Frage. Außerdem wünschen sich die Bürger, dass alle öffentlichen Gebäude genau auf ihren Modernisierungsbedarf hin untersucht und notwendige Verbesserungen angegangen werden. Ein dritter, hoch gehandelter Wunsch, der sich, so Kaiser, wohl relativ problemlos realisieren lässt, ist das Aufstellen von Hundetoiletten im Ort.

Die Ergebnisse werden nun komplett zusammengefasst, erläuterte Kaiser. Dazu kommen die Ergebnisse des letzten, noch fehlenden Dorfmoderationsmoduls: was sich die Kinder und Jugendlichen wünschen. Für gestern waren die jüngsten Hermersberger zur Dorfmoderation eingeladen, ihre Wünsche, Ideen und Anliegen zu nennen und zu skizzieren.

Im Frühjahr wird es dann einen Informationsabend geben, bei dem das Büro „Stadtgespräch“ die Hermersberger genau darüber informieren will, welche Zuschüsse für welche Bau- und Sanierungsmaßnahmen an den privaten Wohnhäusern möglich sind. „Das machen wir im Frühjahr, wenn alle Lust haben, wieder etwas am Haus zu verschönern“, sagte Kaiser schmunzelnd.

Sehr zufrieden mit dem Verlauf der Moderation war Bürgermeister Erich Sommer. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir das so schnell durchziehen“, freute er sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Büro und über die hervorragende Beteiligung der Bürger, die zeige, dass ihnen die Zukunft ihres Ortes am Herzen liege.
Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Pirmasenser Rundschau - Nr. 20
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