Die Laienspielgruppe  Hermersberg zog bei der Premiere ihres neuen Stückes „Die Nacht der Nächte" nach Regina Rösch wieder alle Register ihres schauspielerischen Könnens und sorgte von der ersten bis zur letzten Szene in dem Dreiakter für volkstümliche Unterhaltung der Spitzenklasse.

Jedem Darsteller war seine Rolle wie auf den Leib geschrieben. Hervorzuheben sind vor allem die Leistungen von Tobias Winkelblech und Timo Feick, die ihre Charaktere mit allen Eigenarten vortrefflich in Szene zu setzen wussten. Unnachahmlich ihre Gestik und Mimik, die in dem Lustspiel auch ohne Dialoge schon für Lachsalven sorgten. „Ob jung, ob alt, wir sind zur Stelle, wir haben den Mann für alle Fälle". Damit werben Lioba (Birgit Gries) und Anni (Claudia Müller) für ihre Agentur „Leih dir einen Mann". Die beiden vermieten ihr Starmodell Dieter (Tobias Winkelblech) im Johannes-Heesters-Outfit und ihre beiden nicht mehr taufrischen Ehemänner Franz-Josef (Thomas Renneis) und Alois (Dieter Stanger). Dabei achten Lioba und Anni darauf, dass bei Einsätzen ihrer Ehemänner keine Gefahr von „Frauenseite" droht.

Die beiden Ehemänner müssen sich mit den merkwürdigsten Aufträgen herumplagen. Sie wurden für Werbezwecke eingesetzt und zum Fensterputzen bei einer über 80-Jährigen verdonnert. Die Lachmuskeln der Besucher wurden ständig strapaziert, was auch an den teils originellen Arbeitskleidungen lag. Während der lange dünne Alois als Würstchen verkleidet vor der Tür der Metzgerei Scheidhauer warb, musste sich der gesetzte Franz-Josef als Strauß verkleidet auf der Straußenfarm unflätige Bemerkungen der Kundschaft anhören.

Für skurrile Szenen und neue Ideen in der Agentur war der Detlef (Timo Feick) zuständig, der das Büro auf Partnersuche betrat. Mit seinem Auftreten auf der Bühne ging die ständige Flucht von Dieter einher in den sich Detlef auf den ersten Blick verliebt hatte. Die Ehefrauen, die zuerst die Aufträge alle an ihre Männer delegiert hatten, mussten schließlich selbst ran und als Tube für Hämorrhoidensalbe vor der örtlichen Apotheke und als Pinguin in der Fußgängerzone in Kaiserslautern werben. Sehenswert ist die Tanzeinlage der Herren, die zum ersten Mal auch mit einer Gesangseinlage auf der Bühne zu hören waren. Nicht verraten wird, wer zum Schluss des Verwirrspiels tot umfällt. Schließlich führt die Gruppe das Stück am kommenden Wochenende erneut auf.


Quelle: DIE RHEINPFALZ
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