Die Nitratbelastung des Trinkwassers in der Gemeinde Hermersberg ist eine der höchsten im Landkreis. Sie liegt bei etwa 35 Milligramm pro Liter. Grund dafür ist, dass der größte Teil des Hermersberger Trinkwassers aktuell noch aus einer überirdischen Quelle entnommen wird. Doch noch im Laufe dieses Jahres soll die Belastung verringert werden.

Wasser aus dem sanierten Tiefbrunnen soll mit dem Wasser aus der Quelle gemischt und in das Leitungsnetz eingespeist werden. Man gehe davon aus, dass sich der Nitratwert dann auf 20 Milligramm pro Liter verbessern wird, sagte Jochen Könnel von den Verbandsgemeindewerken. Das Wasser aus dem Brunnen, der gerade für 307.000 Euro saniert wird, weist nach ersten Beprobungen einen Nitratgehalt von acht Milligramm pro Liter auf. Diesen guten Wert liefert auch das Wasser, das Hermersberg zur Sicherstellung der Wasserversorgung vom Wasserzweckverband Sickingerhöhe/Wallhalbtal bezieht. Über die neue Verbundleitung wird Wasser von Weselberg nach Hermersberg transportiert.
Könnel berichtete bei der jüngsten Ratssitzung über die Sanierung des Brunnens. Für viele Ratsmitglieder stellte sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, künftig vornehmlich Wasser aus dem Tiefbrunnen zu nehmen, dafür mehr Wasser vom Wasserzweckverband zuzukaufen. Die Quelle könnte in erster Linie als Versorgungsreserve dienen. Auch wenn es teurer wäre, das Wasser zu kaufen, gehe es beim Endpreis sicher nur um einen „Pfennigbetrag“, wie Bürgermeister Erich Sommer (CDU) mutmaßt. Man müsse sich fragen, ob die geringere Nitratbelastung das nicht wert wäre. Denn das Nitrat im Wasser beschäftige die Menschen sehr, sagte Thomas Warth (SPD).

Noch ist der Brunnen aber nicht wieder im Dienst, denn die Sanierung war aufwendig. Die Brunnenschichten waren so verbacken gewesen, dass im Herbst vergangenen Jahres beim Versuch, das alte Brunnenrohr zu ziehen, das Gestänge des Bohrers brach. Die Lösung, das alte Brunnenrohr in mehrere Teile zu schneiden und diese einzeln zu ziehen, „hat funktioniert“, erläuterte Könnel. Das neue Rohr ist drin, die Bauarbeiten sind in der Endphase. Die neue Pumpe ist bestellt, sie wird demnächst eingebaut. Es läuft bereits die Beprobungsphase. Dabei hat man festgestellt, dass die Kraft des Brunnens nachgelassen hat. Die sogenannte Schüttung beträgt noch 2,5 Liter pro Sekunde. Das macht neun Kubikmeter Wasser pro Stunde. Wassermangel herrsche in Hermersberg nicht, unterstrich Könnel. Im Schnitt werden in der Gemeinde aktuell 250 Kubikmeter Wasser pro Tag verbraucht. Die stehen zuverlässig zur Verfügung. Es zeige sich aber, sagte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD), dass es wichtig war, die Verbundleitung nach Weselberg zu legen. Gerade für heiße Tage, an denen der Wasserverbrauch deutlich steigt. Denn ohne den Bezug des Wassers vom Wasserzweckverband, das aus dem Wasserwerk Erlenmühle im Wallhalbtal stammt, wäre es eng geworden, so lange der Brunnen außer Betrieb ist.

Wenn der sanierte Brunnen wieder laufe – das Rohr endet bei 55 Meter, die Brunnentiefe beträgt insgesamt 75 Meter –, wird der Großteil des Wassers aus 25 Metern Tiefe entnommen. Mindestens zwei Jahrzehnte war es dann auf dem Weg nach unten, wurde gereinigt und hat Mineralstoffe aufgenommen. Das Wasser aus der Quelle ist hingegen maximal ein Jahr alt, was die Unterschiede erklärt.



Quelle: Die Rheinpfalz Pirmasenser Rundschau
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