Hermersberg.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat am Mittwoch den ersten Nachtragshaushalt für das laufende Jahr. Statt einem Fehlbetrag von fast 75 000 Euro habe sich der Gesamthaushalt aufgrund höherer Einnahmen um fast 135 000 Euro verbessert und schließe nun mit ein Plus von knapp 60 000 Euro ab, was Kämmerer Andre Gundacker im Wesentlichen der Änderung des Landesfinanzausgleichsgesetzes geschuldet sah.

Dadurch erhalte Hermersberg nun Schlüsselzuweisungen des Landes in Höhe von fast 138 000 Euro, wohingegen die Gemeinde zuvor leer ausgegangen sei. Analog um denselben Betrag verbessert habe sich auch der Finanzhaushalt, der nun mit rund 187 000 Euro satt in den schwarzen Zahlen steht. Allen voran durch die Verschiebung der Erweiterung des Neubaugebietes „In der langen Dell“ durch den Rat sinke der Saldo der Ein- und Auszahlungen im Bereich der Investitionen um rund 587 000 Euro, so dass die zuvor geplante Kreditaufnahme in Höhe von zirka 880 000 Euro nicht mehr nötig sei. „Dass wir dieses Jahr keinen Kredit aufnehmen müssen bedeutet allerdings nicht, dass das so bleibt“, warnte Gundacker angesichts der Folgeplanung im neuen Jahr vor allzu viel Euphorie, zumal allen voran im nächsten Jahr neben der Investition zur Vorfinanzierung der Baugebietserweiterung in Höhe von rund 800 000 Euro der Erwerb und Umbau des katholischen Kindergartens die Ortskasse mit rund einer Million Euro belasten werde.
Ebenso einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder die Aufhebung der Ausschreibung zum Ausbau des Ortsmittelpunktes von Hermersberg. Als Grund dafür führte Ortsbürgermeister Erich Sommer, dass selbst das günstigste Angebot von rund 260 000 Euro die Kostenberechnung von ungefähr 127 000 Euro um mehr als das Doppelte überschritt. Dazu kämen noch einmal etwa 100 000 Euro für weitere erforderliche Maßnahmen, Ingenieurleistungen und Baunebenkosten, was die Gesamtkosten selbst ohne die noch anzupassenden Kostensteigerungen mindestens auf rund 360 000 Euro erhöhe. Nach ausgiebiger Diskussion in der letzten Sitzung (wir berichteten) habe sich der Rat einhellig nicht bereit erklärt, für diese Summe bauen zu wollen. „Wir waren und sind fraktionsübergreifend der Meinung, nicht mehr als die im Haushalt veranschlagte Summe von insgesamt rund 280 000 Euro ausgeben zu wollen“, fasste Sommer die Meinung des Rates noch einmal zusammen. Aus diesem Grund würden gerade neue Wege mit möglichst viel Eigenleistung gesucht, um die Gestaltung des Dorfmittelpunktes ohne Verlust der Landesfördermittel durchführen zu können. Diesbezüglich sei am 28. November ein Ortstermin geplant, an dem neben den Fachleuten der Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung auch Vertreter der Ministerien sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion teilnehmen werden. Ziel sei es, zu beraten, wie es weitergehen soll und beim Bau noch gespart werden kann, ohne dadurch den Förderanspruch zu verlieren.

Darüber hinaus überrascht und erfreut zugleich zeigte sich Sommer über die fast durchweg positive Resonanz bezüglich der Renovierung der Friedhofskapelle, die in der Bevölkerung über alle Maßen gut angekommen sei. Um die Gefahr eines Einbruchs zu minimieren, werde er – anstatt eine Kasse aufzustellen – auch in Zukunft die Opferkerzen spenden. „In de erschde Woch honn mer schunn 400 Kerze dorchgejaad“, scherzte der „Kerzenstifter“ Sommer.

„Ich habe die Ehre, eine ganz besondere Auszeichnung für eine ganz besondere Person überbringen zu dürfen“, sagte Landrätin Dr. Susanne Ganster im Anschluss an die Ehrung ausgeschiedener Ratsmitglieder durch den Ortschef. Dabei überreichte sie dem Ratsmitglied Robert Vatter die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, der damit für sein mehr als 35 Jahre währendes politisches und gesellschaftliches Engagement im Landkreis Südwestpfalz von der Ministerpräsidentin Malu Dreyer ausgezeichnet wurde.

Bis heute engagiere sich der 70–Jährige in den Gremien der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben sowie in seiner Heimatgemeinde Hermersberg, wo er seit 1984 ununterbrochen für die CDU im Gemeinderat sitzt. Insgesamt elf Jahre lang war er darüber hinaus Mitglied des Verbandsgemeinderates und ist seit 2009 auch als Schöffe am Oberlandesgericht Zweibrücken tätig.

Dazu habe sich Vatter in weiteren Ehrenämtern um den Sport, die Jagdgenossenschaft sowie den Obst- und Gartenbauverein verdient gemacht. „Dafür kann ich nur danke sagen“, zollte Ganster ihren Respekt für diese herausragende Leistung als leuchtendes Beispiel dafür, dass die Ortsgemeinden nur dank Mitbürgern wie Vatter lebendig gehalten und gestärkt werden können. (Pirmasenser Zeitung)