HERMERSBERG: Rat tendiert zur Übernahme der Trägerschaft vom Elisabethenverein – Vierte Regelgruppe provisorisch im Jugendheim
Es sei eine erfreuliche Tatsache, dass es in Hermersberg viele kleine Kinder gibt und wegen vieler junger Familien auch künftig geben wird. Darüber war sich der Gemeinderat bei der Sitzung am Mittwoch einig. Für die Gemeinde hat das Folgen: Ein Kindergartenneubau wird wohl notwendig sein.
Umbau und Erweiterung des bestehenden Kindergartens seien kaum machbar. Nicht nur über die bauliche Form des Kindergartens wird der Rat diskutieren, auch die Frage nach der künftigen Trägerschaft stellt sich wieder. Der aktuelle Träger, der Elisabethenverein, wird die Trägerschaft in absehbarer Zeit aufgeben.Am Mittwoch zeichnete sich ab, dass viele im Rat dazu tendieren, dass künftig die Gemeinde die Trägerschaft übernehmen soll. Alle unterstrichen aber, dass die bisher geleistete Arbeit im Kindergarten, sowohl auf Personal- als auch auf Trägerseite, hervorragend sei. Der Kindergarten habe einen ausgezeichneten Ruf. Nicht von ungefähr habe die katholische Kirche sofort Bereitschaft signalisiert, die Trägerschaft zu übernehmen, obwohl in der Diözese Speyer auch Bestrebungen laufen, sich aus Kostengründen und wegen des Verwaltungsaufwands eher von ihren Kindergärten zu trennen, stellte CDU-Fraktionssprecher Bernd Müller fest.

„Ich bin der Auffassung, dass eine gute Bildung eine Aufgabe des Staates ist, und die gute Bildung fängt nicht erst in der Schule an“, machte SPD-Fraktionssprecher Jochen Werle deutlich, dass er die gemeindliche Trägerschaft klar favorisiere. Wer die Musik bezahlt, müsse auch bestimmen, was die Musik spielt: Auf dieses Prinzip hatte auch Bürgermeister Erich Sommer angesichts der aktuellen Entwicklung im Kindergarten eindringlich verwiesen. Denn angesichts der großen Nachfrage nach Plätzen wird der Kindergarten ab 1. März um eine vierte Regelgruppe erweitert. Das Landesjugendamt und der Kreis haben auf zwei Jahre befristet die Genehmigung erteilt, dass im katholischen Jugendheim, das neben dem Kindergarten steht, ein Raum dafür genutzt werden darf. Um das möglich zu machen, habe er sich in Gesprächen, an denen auch der Träger beteiligt war, bereiterklärt, dass die Gemeinde die Sachkosten für den Umbau bis zu 5000 Euro übernimmt, teilte Sommer mit. Das beschloss der Rat nun einstimmig. Ebenso, dass die Gemeinde in den zwei Jahren den Trägeranteil an den Personalkosten (12,5 Prozent) für die zusätzlich benötigte Erzieherin übernimmt. Dieses Geld müsste normalerweise der Elisabethenverein zahlen, der es aus finanziellen Gründen jedoch nicht leisten kann. Genau da zeige sich das Problem bei der Trägerschaft, denn die Gemeinde zahle nun alles, „aber die Kraft wurde vom Elisabethenverein schon eingestellt“, sagte Sommer. Ein Mitspracherecht habe die Gemeinde nicht gehabt.

Die Diskussion über Neu- oder Umbau werde jetzt schnell geführt werden müssen, sagte der Ortsbürgermeister. Denn eine Verlängerung der jetzt genehmigten Ausnahme werde es nur geben, wenn das Projekt vorangebracht ist. (Die Rheinpfalz)
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