HERMERSBERG: Laienspielgruppe begeistert ihr Publikum mit volkstümlichem Schwank - „Zugabe" am kommenden Samstag

Ist Applaus das Brot des Künstlers, wurden die Akteure der Laienspielgruppe am Samstag ordentlich satt. Langanhaltender Applaus beim letzten Vorhang sowie Applaus für gelungene Szenen und Situationskomik erkannte das Publikum in der ausverkauften Mehrzweckhalle dankbar an. Mit dem volkstümlichen Schwank in drei Akten „Kohle, Moos und Mäuse", frei nach der Vorlage von Bernd Gombold, konnten die Laienspieler wieder überzeugen und an das spielerische Niveau der Vorjahre anknüpfen.


Es lag in erster Linie an den schauspielerischen Leistungen, dass das Publikum auf seine Kosten kam und einen kurzweiligen Abend verbringen konnte. Dafür sorgten allen voran Timo Feick als trotteliger und einfältiger Bauernsohn Benno und sein Gegenpart Denise Anstätt als Lotte, adoptierte Tochter der benachbarten Bauersfamilie. Hier Benno, der, nicht gerade mit Intelligenz gesegnet, täglich ein Loch graben und wieder zuschütten muss, dort Lotte, die den Hahn mit der Mistgabel erlegt, damit er die Henne nicht erdrückt, und sich zudem eine Wollaufwickelmaschine wünscht.


Benno soll nach dem Willen von Bauer Albert (Dieter Stanger) und Bäuerin Magda (Christel Müsel) bei der dubiosen Jaqueline (Maike Gries) vom einfältigen Sprössling endlich zum Mann werden. Dafür soll Metzger Erich (Steffen Lenhard) sorgen, der mit einem gezielten Schuss den kranken Hofhund von seinen Leiden erlöst. Dies versteht die schwerhörige und zudem abergläubische Tante Maria (Birgit Gries) falsch und vermutet ein Verbrechen. Maria sieht in allem und jedem ein klagendes „Elend" und deutet diese „bösen Zeichen" jederzeit mit den dubiosesten Begebenheiten aus der Vergangenheit. In Erich sieht sie den Satan, den sie mit Knoblauch, Asche und dem benutzten Nachttopf vertreiben will. Lotte, die ebenfalls nur für einfachste Arbeiten taugt, will nach „Aameeriga" auswandern. Hörenswert ist dabei ihr Abschiedsbrief mit fünf Fehlern in vier Worten an Bäuerin Rosa (Claudia Müller) und Bauer Otto (Thomas Renneis). Zuvor erschwindeln sich Otto und Rosa einen Lotteriescheck, der an Benno gerichtet ist, indem sie den Lotterieinspektor Richard Reichmacher (Sven Lenhard) betrunken machen. Dies ist für Rosa willkommen, die nach dem Motto lebt: „Alles kostet Geld und Geld haben wir keins". Dorfpolizist Heinz (Lukas Bold) versucht „im Namen des Gesetzes" die Verbrechen aufzuklären und wird dabei selbst zum Opfer der Machenschaften von Albert und Magda. Aufklärung bringt letztendlich der Inhalt einer Holzkiste, die beim nächtlichen Wettpflügen zwischen Otto und Albert ans Tageslicht kam. Zur Verzweiflung bringt Benno die geldgierige Jaqueline, indem er in seiner Naivität die „Kohlen" im Keller sowie „Mäuse und Moos" im Heustall sieht. Der vermeintlich von den Hühnern aufgepickte Lotteriescheck taucht wieder auf, der Inhalt der Kiste wird zugeordnet und Friede kehrt bei den Bauersfamilien wieder ein.


Die Dialoge der Truppe um Regisseur Peter Lenhard waren gespickt mit Lokalkolorit, was auch zu einem Gastauftritt des Spielleiters Klaus Dahler vom Sportverein  Hermersberg führte. Für die zweite Aufführung am Samstag, 27. Oktober, sind noch wenige Eintrittskarten zum Preis von 5 Euro vorhanden und können bei Christel Müsel, Telefon 65208, erworben werden. (jn)

 

PFEIFFW

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau

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